Fitnessstudio eröffnen: Diese rechtlichen Stolperfallen sollten Sie kennen

04. März 2021 Lesedauer: 5:30 Minuten
Fitnesstrainer im Studio

Vom Firmennamen bis zum Datenschutz – bei einer Existenzgründung gibt es Vorgaben, die Selbstständige unbedingt einhalten müssen.

Im Gegensatz zu anderen Branchen gibt es für die Eröffnung eines Fitnessstudios nur wenige gesetzliche Voraussetzungen. Wer also seine Leidenschaft für den Sport zum Beruf machen möchte, muss „nur“ beim Gewerbeamt sein Gewerbe anmelden. Die Daten werden automatisch an das Finanzamt weitergeleitet und man erhält von dort Unterlagen für die steuerliche Erfassung sowie eine Steuernummer. Es gibt aber auch noch genug Stolperfallen, die man am besten kennt, bevor man hinein tappt. Andern falls drohen Abmahnungen und hohe Anwaltsgebühren.

Für die aktuelle Ausgabe des Fachmagazins BodyLIFE habe ich folgenden fünf Stolperfallen vorgestellt und erklärt, wie Sie diese am besten umgehen:



1. Namenswahl

Als Studioinhaber:in sind Sie bei der Findung eines geeigneten Firmennamens relativ frei. Eine rechtliche Voraussetzung müssen Sie jedoch unbedingt beachten. Der Name muss zur Kennzeichnung des Kaufmanns geeignet sein und gegenüber anderen Firmen eine Unterscheidungskraft besitzt (sogenannte Firmenausschließlichkeit).

Interessant zu wissen: Namen von Unternehmen, die nicht im Handelsregister oder Partnerschaftsregister eingetragen sind nennt man „Unternehmensbezeichnungen”. Nur eingetragene Unternehmen sind im handelsrechtlichen Sinne eine „Firma“.

Wenn das Unternehmen nicht im Handelsregister eingetragen ist, dann muss der Name des/ der Inhaber:in schon aus der Unternehmensbezeichnung hervorgehen. Ein Einzelunternehmen muss im Geschäftsverkehr daher immer mit Vor- und Zunamen des/ der vollhaftenden Inhaber:in auftreten. Bei Freiberuflern reicht der Familienname aus. Zusätzlich zum Eigennamen dürfen Branchenbezeichnungen, Buchstabenkombinationen und Phantasiebegriffe verwendet werden. Beispiel: „Fitnessparadies Christian Müller”.

Die Empfehlung der IHK und HWK dazu lautet: „Schreiben Sie unter oder neben das Logo mit dem Phantasienamen oder mit der Buchstabenkombination direkt Ihren Vor- und Nachnamen.”.

2. Mitarbeiter:innen

Wer Mitarbeiter:innen einstellt, wird automatisch zum/zur Arbeitgeber:in und muss verschiedenen Pflichten nachkommen. Am Wichtigsten ist, dass Sie Ihre Mitarbeiter:innen anmelden. Die Anmeldung erfolgt über die jeweilige Krankenkasse. An diese werden dann auch sämtliche Sozialversicherungsbeiträge gezahlt. Die Mitarbeiter:innen müssen Ihnen dazu eine Mitgliedsbescheinigung der Krankenkasse sowie eine Kopie des Sozialversicherungsausweises übergeben.

Wenn Sie mit geringfügig Beschäftigten (sogenannte 450 €-Jobs) starten, werden die Sozialversicherungsbeiträge und die Lohnsteuer pauschal berechnet und müssen von Ihnen an die Minijob-Zentrale abgeführt werden. Bei der Berechnung des Stundenlohns, bzw. der Anzahl der Stunden pro Monat, müssen Sie den Mindestlohn beachten. Aktuell (Januar 2021) beträgt dieser € 9,50 und wird zum 1. Juli 2022 in mehreren Schritten auf € 10,45 angehoben. Ebenso müssen Sie darauf achten, dass die Mitarbeiter:innen maximal € 450,00 verdienen. Bitte beachten: In der Lohnabrechnung wird nicht mit 4 Wochen, sondern 4,3 Wochen pro Monat gerechnet.

Beispiel: Die Arbeitnehmerin erhält als Vergütung brutto 9,60 € Stundenlohn. Die maximale Arbeitszeit darf daher monatlich höchstens 46,8 Stunden betragen.

3. Impressum

Sobald Sie eine selbstständige Tätigkeit auf einer Website im Internet bewerben, unterliegen Sie der Impressumspflicht nach § 5 des Telemediengesetzes (TMG). Dort heißt es, dass der Dienstanbieter bestimmte Informationen leicht erkennbar, unmittelbar erreichbar und ständig verfügbar zu halten hat. Für die Praxis bedeutet das, dass das Impressum auf der Internetseite des Studios mit maximal zwei Klicks von der Startseite aus erreichbar und ständig verfügbar sein muss.

Daneben findet man in § 5 TMG auch die notwendigen Pflichtangaben, die ein Impressum unbedingt beinhalten muss. Eine wichtige Pflichtangabe ist der vollständige Name und die Anschrift des Unternehmens. Für nicht in das Handelsregister eingetragene Einzelunternehmen gilt, dass im Geschäftsverkehr immer der vollständige Vor- und Zuname des vollhaftenden Inhabers angegeben werden muss. Abkürzungen wie F. Meier reichen nicht aus, andernfalls riskiert man eine Abmahnung. Zusätzlich dürfen zum Eigennamen auch Branchenbezeichnungen, Buchstabenkombinationen und Phantasiebegriffe verwendet werden, z.B. Fitnessparadies. Wichtig ist auch eine ladungsfähige Anschrift sowie eine weitere Kontaktmöglichkeit z.B. E-Mail oder Telefon.

Wer nicht mit einem kleinen Studio startet, sondern mit einem/einer Geschäftspartner:in eine GbR (Gemeinschaft bürgerlichen Rechts) oder eine GmbH (Gesellschaft mit beschränkter Haftung) gründet, muss zusätzlich ein paar Dinge beachten.

Bei einer GbR müssen neben der Geschäftsbezeichnung, auch wenn diese üblicherweise bereits die Namen der Gesellschafter:innen enthält, gesondert nochmal alle Gesellschafter:innen mit Vor- und Nachname benannt werden. Bei einer GmbH müssen neben dem Firmennamen alle vertretungsberechtigten Geschäftsführer genannt werden. Zusätzlich müssen bei einer GmbH das Registergericht und die Registernummer angegeben werden. Das Stammkapital muss nur dann angegeben werden, wenn es auf der Website Angaben zum Kapital der Gesellschaft gibt.

Wer für seine Tätigkeit eine Umsatzsteuer-Identifikationsnummer oder Wirtschafts-Identifikationsnummer hat, muss diese ebenfalls ins Impressum aufnehmen.

Gut zu wissen: Es gibt keine gesetzliche Verpflichtung, die Steuernummer im Impressum anzugeben.

Wenn Sie auf der Website auch journalistisch-redaktionell tätig sind, also wiederkehrend zu aktuellen Ereignissen berichten, müssen Sie zusätzlich eine:n „Redaktionell Verantwortliche:n“ mit Name und Anschrift benennen.

Beispiel: Sie haben auf Ihrer Website einen Blog und berichten dort auch über aktuelle Geschehnisse in der Fitnessbranche, dann müssen Sie alle, die die Blogartikel schreiben, namentlich und mit Adresse im Impressum erwähnen.

Das Erstellen des Impressums sollte auch nicht auf die leichte Schulter genommen. Im Telemediengesetz steht auch, dass ein Verstoß gegen das Gesetz eine Ordnungswidrigkeit darstellt und mit einer Geldbuße bis zu € 50.000 geahndet werden kann. Hinzu kommt, dass das Impressum auch von Konkurrenten leicht überprüfbar ist und Sie daher für Verstöße schnell und unkompliziert abgemahnt werden können.

Wichtig zu wissen: Der Rundfunkstaatsvertrag wurde vom Medienstaatsvertrag (MstV) abgelöst, daher gilt der § 55 Abs. 2 RStV, den einige noch im Impressum stehen haben, nicht mehr. § 18 MstV ersetzt den bisher geltenden § 55 Abs. 2 RstV.

4. DSGVO – Datenschutz auch für Mitglieder und Mitarbeiter:innen
[…]

5. Mitgliedsvertrag
[…]

Den kompletten Artikel finden Sie in der aktuellen bodyLIFE Ausgabe 03/2021 oder als Download im Store: https://shop.bodylife-medien.com


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