Der rechtliche Jahresrückblick 2025 –
Teil 1

30. Dezember 2025 Lesedauer: 3:30 Minuten
Start 2026
 



2025 war kein Jahr zum Zurücklehnen. Wenn du ein Studio führst, Online‑Programme anbietest oder im Gesundheitsbereich selbstständig bist, hattest du dieses Jahr vermutlich mindestens einmal das Gefühl: „Schon wieder eine neue rechtliche Baustelle?“

Das waren meine wichtigsten Rechtsthemen in 2025:

  1. ZFU & Fernunterrichtsschutzgesetz
  2. Scheinselbstständigkeit - neue Übergangsregelung
  3. Impressum – Streitschlichtungsplattform entfällt
  4. Cookie-Banner – Änderungspflicht in der Darstellung
  5. Corona-Soforthilfe neigt sich dem Ende
  6. Elektronisches Kassensystem – sind Mitgliedersysteme betroffen
  7. Lizenzverletzungen auf Social Media insbesondere Musik & Gema
  8. Abmahnwelle wegen Verstößen gegen die Preisangabenverordnung
  9. Abmahnungen wegen Wirkaussage im Gesundheitsbereich
  10. Vorbereitung auf KI-Schulungspflicht & Widerrufsbutton



Die gute Nachricht vorweg: Du bist nicht allein – und vieles war vorhersehbar. Heute im ersten Teil unseres Jahresrückblicks 2025 schauen wir auf die ersten fünf wichtigsten Rechtsthemen, die Studios, Coaches und Gesundheitsanbieter wirklich betroffen haben. Ohne Panikmache, aber mit klarer Einordnung.

1. ZFU & Rückforderungswellen gegenüber Online‑Coaches

2025 ist das Jahr, in dem viele Online‑Anbieter unsanft auf dem Boden der Realität gelandet sind.

Das BGH‑Urteil vom Juni 2025 hat klargestellt: Auch Online‑Coachings, Mentoring‑Programme und digitale Kurse können zulassungspflichtiger Fernunterricht sein.

Vielleicht hast du es selbst gesehen:



Die Wahrheit ist wie immer differenzierter.
Entscheidend ist nicht, wie du dein Angebot nennst, sondern was du tatsächlich machst.

Für eine Zertifizierungspflicht und damit für ein Risko der Rückerstattung spricht, wenn du:



Wenn all das zusammenkommt, bist du schnell im Anwendungsbereich des Fernunterrichtsschutzgesetzes.

Was 2025 gezeigt hat: Nichtstun ist keine Strategie mehr. Wer Online‑Programme anbietet, muss prüfen (lassen), ob eine ZFU‑Zulassung nötig ist – oder sein Angebot bewusst anders strukturieren.


2. Scheinselbstständigkeit & Übergangsregelung bis 2026

„Das erledigt sich doch spätestens 2026, oder?“
Diese Frage haben wir 2025 unzählige Male gehört. Unsere Antwort bleibt klar: Nein.

Gerade die Fitness‑, Yoga‑ und Gesundheitsbranche ist extrem anfällig für Scheinselbstständigkeit:



Das Herrenberg‑Urteil hat die Prüfkriterien deutlich verschärft. Die Übergangsregelung nach § 127 SGB IV bis Ende 2026 ist jedoch kein Freibrief für „Weiter so!“, sondern eine Gestaltungsphase.

Was du aus 2025 mitnehmen solltest: Die Zeit läuft. Wer jetzt Verträge und Abläufe nicht anpasst, riskiert ab 2026 Nachzahlungen.


3. Impressum: Die EU‑Streitschlichtungsplattform entfällt

Selten war eine Änderung so klein – und gleichzeitig so abmahngefährlich.

2025 wurde die EU‑Streitschlichtungsplattform abgeschafft. Der Hinweis, der vor einigen Jahres mit klickbarem Link extra eingefügt werden musste, muss nun aktiv entfernt werden.

Viele Websites in der Fitness‑ und Gesundheitsbranche haben den Passus aber immer noch in ihrem Impressum stehen und präsentieren diesen Abmahngrund der Konkurrenz auf dem Silbertablet.

Was 2025 gezeigt hat: Rechtssicherheit bedeutet nicht nur Neues umzusetzen, sondern auch Altes konsequent zu löschen.


4. Cookie‑Banner: Gleichwertiges Ablehnen ist Pflicht

„Alle akzeptieren“ groß, grün und freundlich – „Ablehnen“ in weiß mit grauer Schrift? Damit ist spätestens seit 2025 Schluss.

Das Urteil des VG Hannover hat klargestellt: Ablehnen muss genauso leicht sein wie Akzeptieren. Für dich heißt das:



Alles andere führt zu unwirksamen Einwilligungen – und damit zu Abmahn‑ und Bußgeldrisiken.


5. Corona‑Soforthilfen: Das Ende der Nachsicht

In einigen Bundesländern war das Thema längst erledigt. Aber nicht so z. B. in Sachsen-Anhalt. Trotz realer wirtschaftlicher Belastung erhielten viele Studios Rückforderungsbescheide, da Beitragsfreistellungen und Kulanzlösungen nicht anerkannt wurden.

Rechtlich wurde es komplex und man musste verständlich darstellen, dass im Förderzeitraum zwar nicht direkt eine Belastung gegeben war, aber durch Beitragsfreistellungen es zu verzögerten finanziellen Effekten kam.

Die endgültigen Bescheide stehen noch aus.

Lehre aus 2025: Dokumentation ist alles. Wer sauber vorbereitet war, hatte deutlich bessere Chancen, Rückforderungen abzuwehren oder abzumildern.

2025 war unbequem – aber lehrreich. Viele Themen waren keine Überraschung, sondern lange angekündigt.
Nächste Woche folgt dann Teil 2 mit den weiteren 5 wichtigsten Rechtsthemen aus 2025.

Gar nicht so einfach, sich immer korrekt zu verhalten und seine Rechte durchzusetzen, aber mit der aktivKANZLEI durchaus machbar.

Wenn du Fragen zu dem Thema hast, buche dir gerne eine 1:1 Kurzberatung und in einem persönlichen Gespräch per Telefon oder Zoom bekommst du direkt Antworten auf deine Fragen.



Viele sportliche Grüße

Julia



Julia Ruch
die Anwältin für die Fitness- & Gesundheitsbranche
Inhaberin der aktivKANZLEI
und aktive Triathletin

aktivKANZLEI
j.ruch@aktivkanzlei.de


d Artikel in E-Mail als Link verschicken


d Weitere interessante Artikel und Videos



Newsletter: Bleiben Sie auf dem Laufenden!


Bleiben Sie auf dem Laufenden mit unserem Newsletter zu den Blogbeiträgen. Melden Sie sich an und erhalten Sie einmal die Woche interessante Neuigkeiten aus der Welt des Sportrechts! Verständlich und praxisnah erkläre Ich Ihnen in Artikeln und Videos interessante Rechtsprobleme und gebe Ihnen konkrete Tipps zur Fehlervermeidung in der Praxis.

d News abonnieren








HIERGEBLIEBEN!

Lust auf Rechtstipps ohne Juristendeutsch?

Melden Sie sich für unseren Newsletter an und erhalten Sie wöchentlich Lösungen für echte Rechtsprobleme aus der Praxis.
Ja, auch als Anwältin nutze ich Cookies ...

Generell sind Cookies gar nicht böse. Einige sind nötig, damit die Website funktioniert, andere helfen mir, Ihnen künftig noch gezielter Tipps & Tricks für Ihr rechtssicheres Business zu geben. Dazu nutze ich z.B. Google Analytics, Facebook Pixel und LinkedIn Insight Tag.

Daher helfen Sie mir, aber auch sich, wenn Sie alle Cookies akzeptieren.
Cookie



Mehr Informationen zu den Cookies finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.