Arbeitsrecht: Kleine Fehler, teure Folgen - So vermeidest du typische Stolperfallen
17. Februar 2026Lesedauer: 3:30 Minuten
Geht es dir genauso?
Viele Studio- und Praxisinhaber sind überzeugt, dass sie arbeitsrechtlich ziemlich gut aufgestellt sind.
Bis der erste Mitarbeitende „Nein“ sagt.
Oder sich beschwert.
Oder die Arbeitszeit für das Event aufschreiben will.
Und plötzlich merkt man: Das Thema Arbeitsrecht war die ganze Zeit da – man hat es nur verdrängt.
Arbeitsrecht ist in Studios und Praxen kein Randthema.
Es ist einer der häufigsten Gründe, warum es plötzlich teuer wird, obwohl eigentlich alles „ganz normal“ lief.
Lass uns daher über genau diese Stolperfallen sprechen.
#1 Arbeitszeit & Überstunden
Überstunden müssen klar im Arbeitsvertrag geregelt sein. Sind sie es nicht, dürfen Mitarbeitende sie verweigern.
Ja, Überstunden können mit dem Gehalt abgegolten sein, aber bitte begrenzt und fair (max. ca. 5 Stunden pro Woche bei Vollzeit).
Und dann ist da noch die Arbeitszeiterfassung:
Du musst Beginn, Ende, Dauer, Pausen und Überstunden dokumentieren (bzw. durch deine Mitarbeitenden dokumentieren lassen).
Wie?
Relativ frei, es gibt immer noch keine konkreten Vorgaben, egal ob Excel, Papier oder Software – Hauptsache objektiv, verlässlich und zugänglich.
#2 Wochenend- & Feiertagsarbeit
Fitnessstudios dürfen sonntags öffnen – richtig.
Aber das ist kein „Freifahrtschein“ für den Einsatz deiner Mitarbeitenden.
Arbeitszeiten an Sonn- und Feiertagen müssen dokumentiert werden.
Und für jeden gearbeiteten Sonntag oder Feiertag steht dem/ der Mitarbeitenden ein Ersatzruhetag zu.
Wichtig zu wissen:Der Ersatzruhetag muss nicht zusätzlich vergütet werden!
Fehlt der Ersatzruhetag, drohen bei einer Überprüfung Bußgelder für jeden einzelnen fehlenden Tag.
Für ein mittelgroßes Fitnessstudio bedeutete das 350,00 € pro fehlendem Ersatzruhetag.
Bitte beachten:Du darfst einen Mitarbeiter nur maximal an 15 Sonntagen einplanen.
#3 Social Media – schnell gepostet, teuer bereut
Ein Azubi postet ein Foto aus dem Studio oder Praxis.
Im Hintergrund: trainierende Mitglieder.
Eine Einwilligung von den Mitgliedern gab es für die Veröffentlichung nicht.
Ergebnis im besten Fall: Beschwerden.
Im schlimmsten Fall: Meldung beim Datenschutzbeauftragten, Bußgeld, Schadensersatz.
Praxistipp: Erstellt eine Social-Media-Guideline und regelt klar, wer was posten darf – und wie ihr nach außen auftretet.
#4 Datenschutz – unterschätzt & hochriskant
Eine Verordnung mit personenbezogenen Daten liegt offen einsehbar auf der Theke oder der Trainingsplan mit dem Vermerk „schwanger“ liegt im Hängeregister offen auf der Trainingsfläche.
Das sind keine Kleinigkeiten.
Das sind Datenschutzverstöße.
Es reicht bereits ein anonymer Tipp beim Landesdatenschutzbeauftragten und schon hast du den Ärger im Haus.
Sollten daraus weitere Schäden entstehen, musst du als Studio- bzw. Praxisbetreiber Schadensersatz zahlen.
Wichtig zu wissen: Kommt es zu einer Datenpanne (z.B. Kopien aus der Krankenakte an falschen Patienten ausgegeben, Studiorechner wurde gestohlen) gilt eine 72 Stunden Meldefrist.
Praxistipp: Jedes Studio/ jede Praxis sollte einen klaren Notfallplan (= Dienstanweisung) haben, damit jeder Mitarbeitende weiß, wie er/ sie sich im Ernstfall zu verhalten hat.
#5 Abmahnung & Kündigung
Eine sofortige Kündigung, weil das Fass jetzt endgültig voll ist?
Ganz schlechte Idee.
In den meisten Fällen gilt: Ohne vorherige Abmahnung keine Kündigung.
Wichtig zu wissen: Damit eine Abmahnung wirksam ist, muss sie konkret sein:
Datum
Uhrzeit
konkretes Verhalten
verletzte Regel oder Vertragsklausel
Ein pauschaler Hinweis auf „ständiges Zuspätkommen“ reicht nicht.
FAZIT
Arbeitsrecht soll dich nicht lähmen.
Es soll dir Sicherheit geben.
Die gute Nachricht:
Rechtssicher führen ist möglich, ohne Bürokratiemonster und ohne Juristendeutsch.
Oft reicht es schon, die eigenen Strukturen einmal ehrlich zu prüfen und zu aktualisieren.
Gerne stehe ich dir mit Rat und Tat zur Seite.
Buche dir ein kostenloses Kennlerngespräch und ich zeige dir, was ich für dich tun kann, damit du nachts ruhig schlafen kannst.
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