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Sport ist auch meine Leidenschaft, die Juristerei meine Berufung. Der Blog ist mein Weg mein juristisches Wissen und meine langjährige Erfahrung mit der Justiz im Bereich Sport und Freizeit mit Ihnen zu teilen, damit Sie rechtliche Stolpersteine umgehen können und vernichtende Fehler erst gar nicht machen.

Hier finden Sie nützliche Artikel mit Handlungsempfehlungen und auch Videos mit Rechtsfragen von Personal-Trainern, Veranstaltern von Sportevents, Fitnessstudioinhabern, Veranstaltern von Trainingscamps …, die ich gerne beantwortet habe.
Corona & Recht: AGB Klauseln und was sie wirklich bedeuten 31. März 2020 Lesedauer: 3:50 Minuten

Weltweit sind wegen des Corona-Virus etliche Sportveranstaltungen abgesagt worden. Die Gemüter sind erhitzt. Oftmals schlagen dabei zwei Herzen in einer Brust. Auf der einen Seite möchte man die Veranstalter unterstützen, damit diese nicht auf bereits angefallenen Kosten sitzen bleiben und auch im nächsten Jahr das Event wieder veranstalten können und auf der anderen Seite handelt es sich bei den Startgeldern teilweise um mehrere hundert Euro. Rechtlich ist die Sache jedoch relativ klar. Was die solidarische Seite betrifft, muss es jeder für sich entscheiden, ohne das es ein Richtig oder Falsch gibt.

Aus juristischer Sicht ist zu beurteilen, ob die Klauseln in den AGB wirksam sind oder nicht. Besonders ist hier anzumerken, dass viele Klauseln wirksam sind, aber oftmals falsch interpretiert werden, wie Beispiel zwei zeigt.

Klausel 1
„Muss die Veranstaltung aufgrund höherer Gewalt abgesagt oder terminlich verlegt werden, so besteht seitens des Teilnehmers kein Anspruch auf Rückerstattung des Teilnehmerbeitrages und sonstiger Kosten.”

Die Klausel ist unwirksam! Aber warum?

Durch die Höhere Gewalt bzw. die behördliche Verfügung wird dem Veranstalter die Erbringung der Leistung (z.B. Ausrichtung des Laufs) unmöglich. Nach dem Gesetz wird der Veranstalter durch diese Unmöglichkeit von der Pflicht zur Ausrichtung der Sportveranstaltung befreit.

Jedoch entfällt dann auch die Leistungspflicht des Vertragspartners (hier die Bezahlung der Startgebühr). Andernfalls würde der Teilnehmer als Verbraucher allein das Risiko der Unmöglichkeit durch Höhere Gewalt und die daraus resultierenden finanziellen Kosten tragen müssen. Das geht nicht.

In diesem Fall gehen also beide Vertragspartner auseinander, als ob sie keinen Vertrag geschlossen hätten.

Klausel 2
„Sollte der Veranstalter aufgrund höherer Gewalt oder entsprechender behördlicher Anordnungen oder aus Sicherheitsgründen verpflichtet sein, Änderungen in der Durchführung der Veranstaltung vorzunehmen oder diese abzusagen, besteht keine Schadenersatzpflicht des Veranstalters gegenüber dem Teilnehmer.”

Die Klausel ist rechtlich wirksam, muss aber auch richtig interpretiert werden!

„Kein Schadensersatzanspruch” bedeutet nämlich nicht, dass der Veranstalter die Startgelder behalten darf. Es bedeutet nur, dass er - bei einer Absage, für die er nichts kann - dem Teilnehmer nicht auch noch andere Kosten (= Schaden), die dieser durch die Absage hat (z.B. getätigte Investitionen Kosten für neue Laufschuhe, Stornokosten Hotel), ersetzen muss.

Sagt ein Veranstalter nämlich von sich aus ab (z.B. wegen zu wenig Teilnehmer), könnten die Teilnehmer die Rückzahlung der Startgebühr und darüber hinaus Ersatz weitergehend entstandenen Schadens verlangen (z.B. Stornokosten Hotel etc.). Die Klausel dient also nur dazu, dass der Veranstalter den angesprochenen Schadensersatz (Stornokosten & Co.) nicht bezahlen muss. Das hat aber nichts mit den Startgeldern zu tun.

Fern von juristischen Gedanken würde ich anraten, weiterhin mit den Kunden in Kontakt zu treten und zu erklären was schon alles gemacht wurde und welche Kosten bereits entstanden sind. Sollte dann die behördliche Verfügung kommen und eine Absage unvermeidbar sein, könnte man eine Quote anbieten, z.B. 50% der Startgebühr zurück + sicherer Startplatz für 2021. Zusätzlich könnte man eine Medaille oder Urkunde für „Helfer in der Not” für alle diejenigen anbieten, die auf die Rückerstattung ganz verzichten.

Wenn sich ein Teilnehmer aber total quer stellt, wird man nicht Drumherum kommen, die Startgebühr zurückzahlen zu müssen.
Gewinnausfall wegen Corona? 24. März 2020 Lesedauer: 3:10 Minuten

Corona bringt viele Unternehmer aktuell zum Verzweifeln. In den betroffenen Gegenden werden Fitnessstudios geschlossen, Sportveranstaltungen abgesagt und wegen den Ausgangsbeschränkungen können auch keine Einzeltrainings mehr gegeben werden. Die große Frage ist: Wie kann ich mich als Studioinhaber und Personal Trainer vor Gewinnausfall durch Corona schützen?

Als Expertin für Rechtssicherheit im Training und Wettkampf, habe ich dem Magazin „Leistungslust“ am 13.03.2020 und am 20.03.2020 ein Interview gegeben. Die Artikel geben einen guten Überblick, was Sie als Trainer und Betreiber wissen müssen, um nicht drauf zu zahlen.

Die Artikel sind hier abrufbar:

https://leistungslust.de/news/2020/03/corona-in-der-fitnessbrache

https://leistungslust.de/news/2020/03/branchen-in-der-coronakrise-was-tun
Abmahnfalle Onlinebuchungen 03. März 2020 Lesedauer: 1:15 Minute

Alle Veranstalter von Sportcamps, Personal-Trainings, Laufkursen etc. setzen sich kostspieligen Abmahnungen aus, wenn sie die gesetzlich vorgeschriebenen Informationspflichten nicht erfüllten. Hier die beiden Wichtigsten.

1. Hinweis auf OS-Plattform

Die Europäische Union die Online-Streitbeilegungs-Plattform freigeschaltet. Was zunächst banal klingt, zwingt sogleich jedoch alle im Internet aktiven Anbieter von Sportcamps und Personal-Trainer zu weiteren Informationspflichten und setzt sie der Gefahr kostspieliger Abmahnungen aus.

Kern der neuen Informationspflicht ist die verpflichtende Nennung des Links zur OS-Plattform im Impressum der Internetseite. Ich rate Ihnen daher an, folgenden Text in Ihr Impressum einzupflegen:

Die Informationspflicht gilt für alle Unternehmer, die über eine eigene Internetseite Dienstleistungen (Zimmerbuchungen, Radtouren, Schwimmkurse etc.) oder Waren (z.B. Laufschuhe) vertreiben.

Ausgeschlossen sind lediglich Unternehmer welche die Internetseite rein als Präsentationsseite nutzen oder die ihre Waren und/ oder Dienstleistungen ausschließlich gegenüber anderen Unternehmern anbieten.

Bitte pflegen Sie daher folgenden Passus in Ihr Impressum ein:

Zur außergerichtlichen Beilegung von verbraucherrechtlichen Streitigkeiten hat die Europäische Union eine Online-Plattform („OS-Plattform”) eingerichtet, die Sie unter https://ec.europa.eu/consumers/odr/ erreichen.

2. Angabe einer E-Mailadresse

In der Union niedergelassene Unternehmer, die Online-Kaufverträge oder Online- Dienstleistungsverträge eingehen, sind nun auch rechtlich verpflichtet ihre E-Mail-Adressen anzugeben. Allein die Anschrift samt Telefon- / Faxnummer ist nicht mehr ausreichend.

Fehlt der den Hinweis auf der Internetseite oder die E-Mail-Adresse droht rechtlicher Ärger samt kostspieliger Abmahnung.

Sichern Sie sich ab - handeln Sie jetzt!
Corona & Recht: AGB Klauseln und was sie wirklich bedeuten 31. März 2020 Lesedauer: 3:50 Minuten

Weltweit sind wegen des Corona-Virus etliche Sportveranstaltungen abgesagt worden. Die Gemüter sind erhitzt. Oftmals schlagen dabei zwei Herzen in einer Brust. Auf der einen Seite möchte man die Veranstalter unterstützen, damit diese nicht auf bereits angefallenen Kosten sitzen bleiben und auch im nächsten Jahr das Event wieder veranstalten können und auf der anderen Seite handelt es sich bei den Startgeldern teilweise um mehrere hundert Euro. Rechtlich ist die Sache jedoch relativ klar. Was die solidarische Seite betrifft, muss es jeder für sich entscheiden, ohne das es ein Richtig oder Falsch gibt.

Aus juristischer Sicht ist zu beurteilen, ob die Klauseln in den AGB wirksam sind oder nicht. Besonders ist hier anzumerken, dass viele Klauseln wirksam sind, aber oftmals falsch interpretiert werden, wie Beispiel zwei zeigt.

Klausel 1
„Muss die Veranstaltung aufgrund höherer Gewalt abgesagt oder terminlich verlegt werden, so besteht seitens des Teilnehmers kein Anspruch auf Rückerstattung des Teilnehmerbeitrages und sonstiger Kosten.”

Die Klausel ist unwirksam! Aber warum?

Durch die Höhere Gewalt bzw. die behördliche Verfügung wird dem Veranstalter die Erbringung der Leistung (z.B. Ausrichtung des Laufs) unmöglich. Nach dem Gesetz wird der Veranstalter durch diese Unmöglichkeit von der Pflicht zur Ausrichtung der Sportveranstaltung befreit.

Jedoch entfällt dann auch die Leistungspflicht des Vertragspartners (hier die Bezahlung der Startgebühr). Andernfalls würde der Teilnehmer als Verbraucher allein das Risiko der Unmöglichkeit durch Höhere Gewalt und die daraus resultierenden finanziellen Kosten tragen müssen. Das geht nicht.

In diesem Fall gehen also beide Vertragspartner auseinander, als ob sie keinen Vertrag geschlossen hätten.

Klausel 2
„Sollte der Veranstalter aufgrund höherer Gewalt oder entsprechender behördlicher Anordnungen oder aus Sicherheitsgründen verpflichtet sein, Änderungen in der Durchführung der Veranstaltung vorzunehmen oder diese abzusagen, besteht keine Schadenersatzpflicht des Veranstalters gegenüber dem Teilnehmer.”

Die Klausel ist rechtlich wirksam, muss aber auch richtig interpretiert werden!

„Kein Schadensersatzanspruch” bedeutet nämlich nicht, dass der Veranstalter die Startgelder behalten darf. Es bedeutet nur, dass er - bei einer Absage, für die er nichts kann - dem Teilnehmer nicht auch noch andere Kosten (= Schaden), die dieser durch die Absage hat (z.B. getätigte Investitionen Kosten für neue Laufschuhe, Stornokosten Hotel), ersetzen muss.

Sagt ein Veranstalter nämlich von sich aus ab (z.B. wegen zu wenig Teilnehmer), könnten die Teilnehmer die Rückzahlung der Startgebühr und darüber hinaus Ersatz weitergehend entstandenen Schadens verlangen (z.B. Stornokosten Hotel etc.). Die Klausel dient also nur dazu, dass der Veranstalter den angesprochenen Schadensersatz (Stornokosten & Co.) nicht bezahlen muss. Das hat aber nichts mit den Startgeldern zu tun.

Fern von juristischen Gedanken würde ich anraten, weiterhin mit den Kunden in Kontakt zu treten und zu erklären was schon alles gemacht wurde und welche Kosten bereits entstanden sind. Sollte dann die behördliche Verfügung kommen und eine Absage unvermeidbar sein, könnte man eine Quote anbieten, z.B. 50% der Startgebühr zurück + sicherer Startplatz für 2021. Zusätzlich könnte man eine Medaille oder Urkunde für „Helfer in der Not” für alle diejenigen anbieten, die auf die Rückerstattung ganz verzichten.

Wenn sich ein Teilnehmer aber total quer stellt, wird man nicht Drumherum kommen, die Startgebühr zurückzahlen zu müssen.
Gewinnausfall wegen Corona? 24. März 2020 Lesedauer: 3:10 Minuten

Corona bringt viele Unternehmer aktuell zum Verzweifeln. In den betroffenen Gegenden werden Fitnessstudios geschlossen, Sportveranstaltungen abgesagt und wegen den Ausgangsbeschränkungen können auch keine Einzeltrainings mehr gegeben werden. Die große Frage ist: Wie kann ich mich als Studioinhaber und Personal Trainer vor Gewinnausfall durch Corona schützen?

Als Expertin für Rechtssicherheit im Training und Wettkampf, habe ich dem Magazin „Leistungslust“ am 13.03.2020 und am 20.03.2020 ein Interview gegeben. Die Artikel geben einen guten Überblick, was Sie als Trainer und Betreiber wissen müssen, um nicht drauf zu zahlen.

Die Artikel sind hier abrufbar:

https://leistungslust.de/news/2020/03/corona-in-der-fitnessbrache

https://leistungslust.de/news/2020/03/branchen-in-der-coronakrise-was-tun
Abmahnfalle Onlinebuchungen 03. März 2020 Lesedauer: 1:15 Minute

Alle Veranstalter von Sportcamps, Personal-Trainings, Laufkursen etc. setzen sich kostspieligen Abmahnungen aus, wenn sie die gesetzlich vorgeschriebenen Informationspflichten nicht erfüllten. Hier die beiden Wichtigsten.

1. Hinweis auf OS-Plattform

Die Europäische Union die Online-Streitbeilegungs-Plattform freigeschaltet. Was zunächst banal klingt, zwingt sogleich jedoch alle im Internet aktiven Anbieter von Sportcamps und Personal-Trainer zu weiteren Informationspflichten und setzt sie der Gefahr kostspieliger Abmahnungen aus.

Kern der neuen Informationspflicht ist die verpflichtende Nennung des Links zur OS-Plattform im Impressum der Internetseite. Ich rate Ihnen daher an, folgenden Text in Ihr Impressum einzupflegen:

Die Informationspflicht gilt für alle Unternehmer, die über eine eigene Internetseite Dienstleistungen (Zimmerbuchungen, Radtouren, Schwimmkurse etc.) oder Waren (z.B. Laufschuhe) vertreiben.

Ausgeschlossen sind lediglich Unternehmer welche die Internetseite rein als Präsentationsseite nutzen oder die ihre Waren und/ oder Dienstleistungen ausschließlich gegenüber anderen Unternehmern anbieten.

Bitte pflegen Sie daher folgenden Passus in Ihr Impressum ein:

Zur außergerichtlichen Beilegung von verbraucherrechtlichen Streitigkeiten hat die Europäische Union eine Online-Plattform („OS-Plattform”) eingerichtet, die Sie unter https://ec.europa.eu/consumers/odr/ erreichen.

2. Angabe einer E-Mailadresse

In der Union niedergelassene Unternehmer, die Online-Kaufverträge oder Online- Dienstleistungsverträge eingehen, sind nun auch rechtlich verpflichtet ihre E-Mail-Adressen anzugeben. Allein die Anschrift samt Telefon- / Faxnummer ist nicht mehr ausreichend.

Fehlt der den Hinweis auf der Internetseite oder die E-Mail-Adresse droht rechtlicher Ärger samt kostspieliger Abmahnung.

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